Paolo De Conto

Zweimal in Folge KZ-Weltmeister — dann ging er mit 27.

🇮🇹 IT 1992 🏆 KZ-Weltmeister 2016 (Kristianstad) und 2017 (Wackersdorf) mit CRG; KZ-Europameister 2017; Sieger der SKUSA SuperNationals

Zwei KZ-Weltmeisterschaften in zwei Jahren — und dann, mit 27, ein Händedruck und Abschied. Paolo De Conto packte in ein Jahrzehnt Schaltkartsport mehr hinein, als die meisten Fahrer in einer ganzen Karriere schaffen, und ging genau in dem Moment, in dem alle einen dritten Akt erwarteten.

Die Kart-Jahre

Geboren 1992, baute De Conto seinen Ruf im härtesten Viertel des Kartsports auf: den 125ccm-Schaltklassen, deren Chronik unsere KZ-Geschichte erzählt. International machte er mit Energy auf sich aufmerksam, als er 2014 die Topklasse S1 bei den SKUSA SuperNationals in Las Vegas gewann, ehe CRG ihn als Speerspitze seines Werks-KZ-Programms verpflichtete.

Der WM-Titel hätte wohl schon 2015 in Le Mans kommen müssen, wo er das Finale über weite Strecken anführte, bevor Jorrit Pex ihn in der Haarnadel der letzten Runde überrumpelte. De Contos Antwort war gnadenlos. In Kristianstad gewann er 2016 die KZ-Weltmeisterschaft nach einem außergewöhnlichen Finale, mit Sodi-Pilot Anthony Abbasse als Verfolger im Ziel. 2017 in Wackersdorf tat er es erneut — Vierter nach den Heats, unterwegs ein legendäres Außen-Manöver gegen Jérémy Iglesias in Kurve eins, dann der Finalsieg über Polesitter Abbasse. Zwei WM-Kronen in Folge, dazu der 2017 in Schweden fixierte KZ-Europameistertitel, machten ihn zum unumstrittenen König der Klasse. 2019 krönte er das Ganze, indem er BirelART in der KZ2 den ersten SuperNationals-Sieg bescherte — und verkündete dann, im Dezember 2019, seinen Rücktritt, Monate nachdem sein großer Rivale Marco Ardigò dasselbe getan hatte.

Was ihn anders machte

De Conto war ein Racer durch und durch: brutal in den Heats, eiskalt in Finals und einer der besten Überholer, die die KZ je gesehen hat. Das Iglesias-Manöver von Wackersdorf — außen, erste Kurve, letzte Chance — ist der Typ Clip, den man Junioren als Meisterklasse vorspielt. Er gewann überall, wo die Disziplin zählte: CIK-FIA-Finals in Europa, die SuperNats in Vegas, das Race of Stars an der Gold Coast. Und er war ehrlich, was den Preis anging. Als er aufhörte, würdigte CRG-Boss Giancarlo Tinini öffentlich seine Entschlossenheit und Zähigkeit — und gestand zugleich, eine Saison ohne ihn scheine unvorstellbar. De Conto weigerte sich schlicht, als geschrumpfte Version seiner selbst weiterzumachen; er wollte ein Leben jenseits des Teamzelts, und er nahm es sich zu seinen eigenen Bedingungen.

Vermächtnis

Sein Double 2016–2017 steht als einer der großen Gipfel der modernen KZ-Ära, errungen gegen die tiefsten Schaltkart-Felder, die je zusammenkamen: Ardigò, Abbasse, Pex, Lammers, Hajek, Iglesias. Er bewies zudem, dass eine Werkskarriere im Kartsport in sich vollständig sein kann — WM-Titel, Siege rund um den Globus, Abgang auf dem Höhepunkt. Die Geschichte hat auch eine Coda: De Conto tauchte bei der Europameisterschaft 2024 in Alcañiz wieder auf und kehrte Ende 2025 mit einem BirelART in Lonato in den KZ1-Rennsport zurück — einzelne Wochenenden, eingepasst um einen Vollzeitjob, weil ihn, in seinen Worten, die Leidenschaft noch immer antreibt. Einmal Schaltkart-Racer, immer Schaltkart-Racer. Für die heutigen Anwärter, die seinen Standard jagen, führt die Leiter weiterhin über die KZ2 — und das Ziel sind weiterhin zwei WM-Titel in zwei Jahren.

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Quellen: Kartcom: De Conto wins the World Championship after an extraordinary Final (2016) · Vroomkart: CIK-FIA World KZ Championship Wackersdorf — Saturday report (2017) · KartSportNews: Paolo de Conto retires (2019) · CanadianKartingNews: De Conto gives BirelART maiden SuperNationals KZ2 victory · Vroomkart: Paolo De Conto — I'm back because I love the sport (2025) · Kartcom: Las Vegas — De Conto super winner 2014

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