Jorrit Pex

Der König der letzten Runde von Le Mans — und Kopf der großen niederländischen Kart-Dynastie.

🇳🇱 NL 1993 🏆 KZ-Weltmeister 2015 (Le Mans); 3x Europameister in der obersten Schaltklasse (2012, 2018, 2019)

Noch eine Runde in Le Mans, September 2015. Paolo De Conto führt das KZ-WM-Finale fast das gesamte Rennen an, Jorrit Pex klebt an seinem Heckstoßfänger, Marco Ardigò rückt beiden näher. Pex sticht innen hinein, die beiden Karts kommen in der Kurve fast zum Stehen — und der Niederländer taucht vorne wieder auf, rettet den Vorsprung und wird um Meter Weltmeister. Es bleibt eine der prägenden letzten Runden des modernen Kartsports — und der Krönungsmoment des berühmtesten Familienbetriebs der Szene.

Die Kartjahre

1993 in Roermond geboren, wuchs Pex im Fahrerlager auf. Der Familienbetrieb — über die Jahre bekannt als Pex Racing und später SP Motorsport, mit Bruder Stan an seiner Seite — machte die niederländische und deutsche Schaltkartszene zum privaten Jagdrevier, und Jorrit sammelte vier deutsche Meisterschaften und den EM-Titel 2012 in der obersten Schaltklasse mit CRG, kaum dass er in seinen Zwanzigern war.

Für 2015 kehrte das Familienteam mit einem einzigen Ziel in den CRG-Verbund zurück: die KZ-Weltmeisterschaft. In Le Mans, auf einem CRG-TM mit Motoren aus der Vorbereitung von Jos Verstappen und Franco Drudi, lieferte Pex mit jenem Last-Lap-Schlag gegen De Conto — während Ardigò dahinter Rang drei durch eine Frontspoiler-Strafe verlor. Die EM-Titel rissen nicht ab: erneut Champion 2018 mit CRG, dann wieder 2019 in Sarno — wo er als erster Fahrer überhaupt Kart Republic zu einem Meisterchassis in der KZ machte und sein Konto in der obersten Schaltklasse auf drei Titel schraubte. Durch all das blieb er der Familienstruktur treu und fuhr für SP Motorsport, das Team, das um die Pex-Brüder herum gebaut wurde.

Was ihn besonders machte

Geduld mit Killerinstinkt. Le Mans 2015 war kein Glücksausfall, sondern vierzig Minuten Druck, ausgeübt, bis die Lücke aufging — die Pex-Methode im Miniaturformat. Er ist zudem der seltene Weltmeister, dessen Motorenbauer selbst Weltklasse-Vergangenheit hat — die Verstappen-Verbindung zieht sich tief durch den niederländischen Kartsport, mit Jos als Mann hinter der Power des Titels. Und da ist der Dynastie-Faktor: Jorrit und Stan als Teamkollegen, Rivalen und Geschäftspartner in einem, mit der Organisation von Vater Richard im Rücken. Keine andere Familie hat sich so lange aus eigener Kraft an der Spitze der Schaltklasse gehalten.

Vermächtnis

Pex brachte das Familienteam-Modell auf Weltmeisterschaftsniveau zum Funktionieren — in einer Ära, die von italienischen Werksteams dominiert wurde: ein niederländischer Rennstall, der die Werkseinsätze von CRG, Tony Kart und Sodi mit deren eigenem Material und besserer Vorbereitung schlug. Er bescherte Kart Republic das erste KZ-Meisterschaftssilber und prägte damit den heutigen Chassismarkt, und die Struktur von SP Motorsport ist zur Kaderschmiede der niederländischen Schaltkartszene geworden, die die KZ2-Rankings beständig speist. Vor allem aber: Er ist noch da. Tief in den 2020ern standen Jorrit und Stan weiter gemeinsam bei der Europameisterschaft am Start, Weltmeister und Bruder im Lackaustausch mit Fahrern, die zehn Jahre jünger sind. Neben Landsmann Bas Lammers und den Rivalen Paolo De Conto und Marco Ardigò definiert er jene KZ-Generation, die aus dem Schaltkartsport eine Karriere machte, die sich lohnt.

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Quellen: Vroomkart: CRG world champion in Le Mans with Jorrit Pex (2015) · TKART: Jorrit Pex becomes 3-time KZ European champion at Sarno (2019) · Vroomkart: CRG wins the KZ European Championship with Jorrit Pex (2018) · KartSportNews: Interview — Stan Pex, karting dynasty · DriverDB: Jorrit Pex

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