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Vierunddreißig Starts, vierunddreißig Siege — und das war nur das Aufwärmen.
Eine perfekte Meisterschaftssaison gilt eigentlich als unmöglich. 1991 trat ein Elfjähriger aus Frome mit Wright Karts in der britischen Cadet-Kartmeisterschaft an und gewann alle 34 Rennen. Nicht die meisten. Alle. Der britische Kartsport hatte Jenson Button gefunden — und sollte die nächsten sechs Jahre dabei zusehen, wie er fast alles abhakte, was der Sport zu bieten hatte.
Es begann mit einem Zip-Kart unter dem Weihnachtsbaum 1987 und einem ersten Rennen in Clay Pigeon im Mai 1988, mit acht Jahren. Mit neun hatte er den British Super Prix gewonnen. Dann kamen der Cadet-Durchmarsch von 1991, drei Titel in der British Open Championship und der stetige Aufstieg durch die Juniorklassen — Vierter der britischen RAC-Juniorenmeisterschaft 1994 und der Wechsel in die Junior Intercontinental A.
Der internationale Durchbruch ging rasant. 1995, mit fünfzehn, wurde er jüngster Vizeweltmeister der Formel A. 1996 folgten Rang fünf in der Formel-A-Europameisterschaft und Platz drei im Formel-A-World-Cup. Dann 1997: der Aufstieg in die Formel Super A, den Gipfel des goldenen 100-ccm-Zeitalters, wo Teenager den Werksfahrern zum Fraß vorgeworfen wurden. Button gewann die Super-A-Europameisterschaft trotzdem — als jüngster Fahrer aller Zeiten und als erster Brite. In Japan wurde er im selben Jahr Zweiter im World Cup und gewann den Ayrton Senna Memorial Cup, eine Trophäe mit dem Namen des berühmtesten Kartbesessenen überhaupt. Als finaler Kart-Lebenslauf ist das nahezu makellos.
Vor allem: Geschmeidigkeit. Buttons Ruf im Kart gründete auf einem Fahrstil, der die Reifen kaum zu belasten schien — antrainiert von seinem langjährigen Mechaniker Dave Spencer, der Lektionen in Aggressivität mit einer Ausbildung im Reifenmanagement verband, die Button seine gesamte Karriere lang begleiten sollte. Während Rivalen ihr Tempo im Rutschen verschliffen, trug Button Kurvenspeed durch den Scheitel, den sonst niemand fand, und ließ abgefahrene Reifen halten. Sein Vater John, ein ehemaliger Rallycross-Fahrer, führte das Programm mit einem Fahrerlager-Charme, der es unmöglich machte, die Buttons nicht zu mögen — und schwer, sie zu schlagen.
Das andere Markenzeichen war Gelassenheit. Wer mit siebzehn Super-A-Rennen gegen abgebrühte Werksprofis gewinnt, braucht Nerven, die nicht flattern. Buttons flatterten nie. Der belgische Teamchef Paul Lemmens, einer seiner Kart-Mentoren, war überzeugt genug, um ihn mit Manager Harald Huysman zu verbinden — und damit klopfte mit achtzehn der Automobilsport an.
Buttons Kartbilanz bleibt die Schablone, an der britische Hoffnungen gemessen werden: totale Dominanz im Cadet-Bereich, anhaltender Erfolg durch die Juniorklassen, dann ein EM-Titel ganz oben gegen die Besten der Welt. Er ist eines der klarsten Produkte der Kart-zu-F1-Pipeline der 1990er und stieg in derselben Welle der späten Neunziger auf, die auch Kimi Räikkönen hervorbrachte. Der Rest ist bestens dokumentiert: das F1-Debüt 2000, der WM-Titel 2009 mit Brawn und ein Ruf im Regen, gebaut auf exakt jener Gasfußkontrolle, die er auf rutschigen Kartstrecken in Somerset lernte. Für Kart-Puristen aber wird die reinste Button-Statistik immer die erste bleiben: 34 aus 34.
Quellen: Wikipedia: Jenson Button