Kimi Räikkönen

Der harte Hund aus dem Norden, der es in kaum zwei Jahren vom 100ccm-Kart ins F1-Cockpit schaffte.

🇫🇮 FI 1979 🏆 Finnische Meistertitel; Nordischer Meister 1998; 1999 in der europäischen Formel Super A ganz vorne dabei

Kimi Räikkönen saß kaum zwei Saisons in Rennwagen, ehe Sauber ihm einen Formel-1-Test anbot. Der Grund, warum überhaupt jemand dieses Wagnis einging, steht in seiner Kart-Bilanz: ein Jahrzehnt finnischer Knochenarbeit, das aus einem stillen Jungen aus Espoo den Schnellsten im nordischen Fahrerlager machte — und dann eine Super-A-Kampagne, die bewies, dass dieses Tempo auch auf Reisen ging.

Die Kart-Jahre

Räikkönen begann mit zehn Jahren Kartrennen zu fahren und arbeitete sich in den 1990ern durch die finnischen Nationalklassen nach oben, wobei er eine ganze Reihe nationaler Titel einsammelte. Finnlands Szene war in jener Ära klein, aber gnadenlos — kurze Saisons, kalte Strecken, kein Platz für Finesse, die keine Rundenzeit brachte. Es passte zu ihm.

Die entscheidenden Resultate kamen am Ende des Jahrzehnts. 1998 gewann er die Nordische Meisterschaft, das Referenz-Event der skandinavischen Kartszene. Für 1999 stieg er mit dem niederländischen Team PDB Racing in die europäische Formel Super A auf — das tiefe Ende des goldenen 100ccm-Zeitalters, jene Königsklasse, die Jenson Button zwei Jahre zuvor als Europameister erobert hatte. Gegen werksunterstützte Stammfahrer, die ganze Karrieren auf diesem Niveau verbracht hatten, holte der Finne in seiner internationalen Debütsaison einen zweiten Platz bei einem Lauf. Da kombinierte er das Ganze bereits mit Einsätzen in der Formel Ford; der Kartsport hatte ihn noch ungefähr ein Jahr.

Was ihn anders machte

Zwei Geschichten von seinen Kartrennen in Monaco erzählen fast alles, was man wissen muss. Bei einem brach ihm mitten im Rennen das Lenkrad. Er fuhr einfach damit weiter. Bei einem anderen flog er komplett von der Strecke, stieg aus, wuchtete das Kart eigenhändig zurück auf den Kurs und beendete das Rennen. Kein Theater, keine Aufgabe, keine Ausreden — nur die absolute Weigerung, mit dem Fahren aufzuhören. Die Eigenschaften, die die F1 später als Iceman-Paket vermarktete, waren allesamt zuerst im Kart-Fahrerlager zu besichtigen: minimales Reden, maximaler Einsatz und eine totale Gleichgültigkeit gegenüber Umständen, die fast jeden anderen aus der Bahn geworfen hätten.

Was ihn von anderen schnellen Skandinaviern unterschied, war, wie wenig Vorbereitung er zu brauchen schien. Wo Rivalen sich durch komplette Europasaisons quälten, um das Handwerk zu lernen, kam Räikkönen nahezu rennfertig auf Super-A-Niveau an und fuhr sofort vorne mit. Derart transportables Tempo ist selten, und die Leute, auf die es ankam, merkten es schnell.

Vermächtnis

Räikkönens Kart-Karriere ist die Startrampe für eine der berühmtesten Abkürzungen des Motorsports. Ende 1999 verließ er den Kartsport Richtung britischer Formel-Renault-Winterserie und gewann deren erste vier Rennen, dann holte er 2000 sieben Siege aus zehn Läufen zur Meisterschaft. Im September 2000, nach rund 23 Autorennen, gab Sauber ihm einen F1-Test; 2001 stand er in der Startaufstellung, 2007 folgte der WM-Titel mit Ferrari. Für jeden Karter, der seither als nächstes Überholspur-Phänomen gehandelt wurde — eine Geschichte so alt wie die F1-Pipeline der 1990er selbst — bleibt Räikkönen der Referenzfall: der Fahrer, dessen im Kart geschliffenes Tempo so offensichtlich war, dass das System die eigene Warteschlange übersprang. Die nordische Szene reklamiert ihn bis heute als Beweis, dass es keinen italienischen Werksvertrag braucht, um in der Diskussion um die Spitze der Weltrangliste mitzureden — nur unerbittliches Tempo und ein Lenkrad, vorzugsweise intakt.

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Quellen: Wikipedia: Kimi Räikkönen

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