Ayrton Senna

Der größte Fahrer, den der Kartsport nie krönte

🇧🇷 BR 1960–1994 🏆 Südamerika-Meister 1977; Zweiter der Kart-Weltmeisterschaft 1979 und 1980

Ayrton Senna gewann in der Formel 1 alles, was es zu gewinnen gab — doch der Titel, dem er als junger Mann am härtesten nachjagte, blieb ihm verwehrt. Fünfmal stand er zwischen 1978 und 1982 bei der Kart-Weltmeisterschaft am Start. Zweimal wurde er Zweiter. Jahrzehnte später nannte er das Kartfahren noch immer den reinsten Rennsport, den er je betrieben hatte — und als Lieblingsrivalen einen Kartfahrer, keinen Grand-Prix-Piloten.

Die Kartjahre

Die Geschichte beginnt in Interlagos. Sennas Vater baute sein erstes Kart um einen Rasenmähermotor mit einem PS, und mit 13 bestritt der Junge sein erstes richtiges Rennen gegen ein Feld älterer Fahrer. Er holte die Pole beim Debüt und wurde dann in einer Kollision abgeräumt — ein erster Auftritt mit allem außer dem Ergebnis.

Der Aufstieg danach war steil. Senna arbeitete sich durch die brasilianischen Klassen und gewann 1977 die südamerikanische Kartmeisterschaft, das Sprungbrett nach Europa. 1978 wechselte er zum italienischen DAP-Team und gab sein Debüt bei der Kart-Weltmeisterschaft — der Beginn eines fünfjährigen Angriffs auf den größten Preis der 100-ccm-Direktantriebsära. Die knappen Niederlagen kamen schnell: WM-Zweiter 1979, WM-Zweiter 1980. Selbst nach dem Aufstieg in den Automobilsport kehrte er zurück und bestritt die Weltmeisterschaft 1981 und 1982 erneut. Sie fiel ihm nie zu.

Bei DAP war er mit Terry Fullerton gepaart, dem Weltmeister von 1973 und Maßstab der 100-ccm-Klasse jener Zeit. Als Teamkollegen und Rivalen von 1978 bis 1980 tauschten die beiden bei den großen internationalen Rennen Doppelsiege — und öfter als nicht hatte der Engländer die Oberhand.

Was ihn besonders machte

Vor allem: Intensität. Die Pole im allerersten Rennen mit 13 gab den Ton vor: Senna behandelte jede Session wie ein Referendum über sich selbst. Er meldete sich noch lange nach dem Start seiner Formelkarriere immer wieder zur Weltmeisterschaft, weil eine unerledigte Aufgabe an ihm nagte, wie es keine Trophäe je heilen konnte. Diese Weigerung, das Kart-Kapitel zu schließen, ist eine der aufschlussreichsten Tatsachen seiner gesamten Biografie.

Die Rivalität mit Fullerton prägte ihn. Als er Jahre später, längst dreifacher F1-Weltmeister, gefragt wurde, welcher Gegner ihm die größte Genugtuung bereitet habe, nannte Senna nicht Prost. Er nannte Fullerton und erklärte auch warum: kein Geld, keine Politik — nur pures Racing. Die Kartszene zitiert diese Antwort bis heute, denn ein besseres Plädoyer für den Sport in einem Satz hat nie jemand formuliert.

Vermächtnis

Senna schuf die Schablone für den modernen Superstar auf dem Weg vom Kart in die Formel 1, und jede Generation seither — von der F1-Pipeline der 1990er an — wird an seinem Weg gemessen. Sein Urteil, Kartfahren sei die reinste Form des Rennsports, bleibt das Lieblingszitat der Szene und wird überall hervorgeholt, wo sich Direktantriebs-Racer versammeln. Im Automobil gewann er drei Formel-1-Weltmeisterschaften und 41 Grands Prix, ehe er 1994 in Imola starb. Der Kartsport erinnert sich anders an ihn: als den brillanten Brasilianer, der den ganz großen Titel nie gewann — und nie aufhörte, sich daran zu stören.

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Quellen: Wikipedia: Ayrton Senna

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