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Der erste Fahrer überhaupt, der eine europäische Junioren-Kartkrone verteidigte.
Bevor die Nummer 63 auf einen Mercedes gestickt wurde, klebte sie auf einem Leihkart von George Russells älterem Bruder Benjy. Russell übernahm die Nummer, begann 2006 mit sieben Jahren mit dem Sport — und hatte binnen sechs Jahren etwas geschafft, das zuvor keinem Junior-Karter gelungen war: eine Europameisterschaft zu verteidigen.
Die britische Phase war gnadenlos. Russell gewann 2008 den Kartmasters British Grand Prix bei den Cadets, legte 2009 mit dem Doppel aus British Open Championship und Formula-Kart-Stars-Titel nach. 2010 stieg er in die Mini Max auf und holte die Super 1 National Championship. Die Familienlegende besagt, sein Vater habe ihm absichtlich zu langsame Rundenzeiten genannt, um ihn schneller zu machen; welcher Methode auch immer geschuldet — die Ergebnisse kamen und kamen.
Ab 2011 ging Russell international in der KF3 an den Start, im Werksteam von Intrepid auf Intrepid-Vortex-Material, mit Teamkollegen wie Alex Albon und Charles Leclerc. Die Rookie-Saison war eine Ansage: die KF3-Europameisterschaft der CIK-FIA im ersten Anlauf gewonnen, dazu der Sieg bei den SKUSA SuperNationals in Las Vegas. Dann kam das Kapitel, das vor ihm niemand geschrieben hatte. 2012 verteidigte Russell über die Läufe in Varennes und in PF International die europäische Juniorenkrone — mit zwei Rennsiegen beim Finale in Brandon machte er alles klar — und wurde zum ersten Fahrer der Geschichte mit zwei europäischen Juniorentiteln in Folge. Seine Kartlaufbahn rundete er 2013 in der Seniorklasse KF ab, mit Platz 19 in der Weltmeisterschaft, ehe der Wechsel ins Auto folgte.
Vorbereitung. Schon als Teenager war Russell im Fahrerlager berühmt für eine Arbeitsmoral am Rande der Besessenheit — der Fahrer, der Junior-Karting wie einen Profibetrieb führte, während Rivalen es noch als Hobby behandelten. Die zwei EM-Titel in Folge sind der Beleg: Eine Juniorenkrone kann Momentum und Material sein; als Gejagter zurückzukommen und es erneut zu tun, gegen eine frische Welle hungriger Junioren aus der stärksten Generation seit Menschengedenken, verlangt Methode.
Er war zudem ein Mann für die großen Bühnen. Die SKUSA SuperNationals sind das lauteste Einzelevent des Kartsports — eine temporäre Parkplatzstrecke in Las Vegas, riesige Felder, null Spielraum — und Russell gewann sie als europäischer Gast. Seine Juniorjahre verbrachte er im Lackaustausch mit Leclerc, Albon und Lance Stroll, einer Kohorte, die ihm bis in die Formel 1 folgen sollte.
Russells Doppel steht als einer der saubersten Rekorde des Junior-Kartsports — eine Premiere, die eingestellt, aber nie weggenommen werden kann. Sein Weg ist heute die Fallstudie für britische Karter mit Ziel europäische Juniorklassen: erst die nationale Szene dominieren, dann mit einem Werksteam in Europa ankommen und sofort gewinnen. Die Autokarriere löste alles ein — Meistertitel die Formelleiter hinauf, dann 2019 die Formel 1 und Grand-Prix-Siege mit Mercedes —, doch die Kartszene erinnert sich an das Wesentliche: die geborgte Nummer 63, die Intrepid-Jahre und die Titelverteidigung bei den Junioren, die vor ihm keiner geschafft hatte. Die aufstrebenden Junioren von heute, die dasselbe Doppel jagen, wissen genau, an wessen Rekord sie sich messen.
Quellen: Wikipedia: George Russell (racing driver) · CIK-FIA: Russell doubles the stakes (2012 European KF3 finale report)