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Fünf WM-Titel, alle in CRG-Farben. Zwei davon binnen vierzehn Tagen.
Im Herbst 1992 gewann Danilo Rossi in Ugento eine Weltmeisterschaft im 100-ccm-Direktantriebskart. Keine zwei Wochen später gewann er die nächste — im 125-ccm-Schaltkart in Mariembourg, mit Jarno Trulli als Zweitem. Zwei WM-Titel, zwei verschiedene Disziplinen, ein Zeitfenster von vierzehn Tagen. Niemand im Kartsport hat Dominanz je auf einen kleineren Raum komprimiert.
Rossi, 1974 in Arce geboren und seit 1984 im Kart, meldete sich brutal früh an der Spitze. 1990, mit gerade 16, gewann er die Formel-A-Weltmeisterschaft in Jesolo auf einem CRG-Rotax. Es folgte das Double von 1992: der Formel-K-WM-Titel in Ugento, dann die Schaltkart-Krone der Formel C in Mariembourg, wo er Trulli in jener Klasse schlug, aus der die heutige KZ-Kategorie hervorgehen sollte. Den italienischen 125er-Titel nahm er in derselben Saison gleich noch mit.
Dann kam die Pause — rund drei Jahre abseits der Spitze — und danach einer der großen zweiten Akte des Kartsports. Rossi kehrte zurück und gewann die Formel-Super-A-Weltmeisterschaft 1997 in Salbris und erneut 1999 in Mariembourg, diesmal auf kompletten CRG-Werkspaketen aus Chassis und Motor, gegen Rivalen vom Kaliber eines Alessandro Manetti oder Giorgio Pantano. Fünf WM-Titel über ein Jahrzehnt, jeder einzelne in CRG-Farben. In derselben Ära hatte Mike Wilson sechs Titel mit drei Marken geholt; Rossis Gegenentwurf war die totale Identifikation mit einer einzigen.
Aggressivität verschmolzen mit Anpassungsfähigkeit. Die 100-ccm-Karts der Formel A und Super A der 1990er — die Maschinen im Herzen des goldenen 100-ccm-Zeitalters — verlangten feines, schwungorientiertes Fahren, während die 125er-Schalter Muskeln und Wagemut belohnten. Rossi war binnen vierzehn Tagen Weltmeister in beiden, womit die Vielseitigkeitsdebatte von selbst erledigt ist. Insider der Epoche zählen ihn durchweg zu den zwei, drei prägenden Fahrern des Jahrzehnts: ein wilder Racer im Verkehr, ein unermüdlicher Entwickler seines Materials und die Speerspitze von CRGs Aufstieg aus den Überresten von Kali Kart zur Supermacht.
Rossi ist nie gegangen. 2008 gründete er seine eigene Marke, DR Racing Kart, baute Chassis in Partnerschaft mit CRG und brachte seinen Namen — und seine Nummer, das berühmte DR — auf die Startaufstellung statt an eine Trophäenwand. Heute führt er DR als Teammanager, mit Programmen vom Kartsport bis in die Formel 4 und die Formula Regional, und DR-Material ist ein fester Bestandteil moderner KZ- und OK-Felder. Er bleibt, neben Davide Forè, der Referenzpunkt für den italienischen Kartprofi: ein Fahrer, der den Sport als Karriere begriff statt als Sprungbrett, und der fünf WM-Titel anschließend in ein Hersteller-Vermächtnis verwandelte. Wenn die Rekordbücher die Größten des Kartsports auflisten, halten Rossis fünf Kronen — und diese unmöglichen vierzehn Tage von 1992 — seinen Platz ganz oben auf der Seite dauerhaft besetzt.
Quellen: Wikipedia: Karting World Championship (winners list) · Gulf News: Danilo Rossi sees a great karting future · Vroomkart: Happy birthday Danilo Rossi · Kartcom: Danilo Rossi launches his own brand (2008)