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In acht Jahren ging es vom Parkplatz in Pasadena zur FIA-Weltmeisterschaft – und der Kartsport fand seine dauerhafte Heimat in Italien.
Kein Motorsport hat sich je schneller globalisiert. Das Kart wurde 1956 erfunden; 1962 gab es eine FIA-Kommission, 1964 eine Weltmeisterschaft. Acht Jahre vom Garagen-Experiment zum WM-Titel – die Formel 1 selbst brauchte für denselben Bogen ein halbes Jahrhundert.
Amerikanische Soldaten, Magazinberichte und Exportkisten trugen den Kartsport Ende der 1950er über den Atlantik, und Europa übernahm den Sport nicht einfach – es organisierte ihn neu. Die Parkplatz-Anarchie Kaliforniens wich Clubs, nationalen Verbänden und, entscheidend, Fabriken. Anfang der 1960er waren auf beiden Kontinenten spezialisierte Chassis- und Motorenhersteller entstanden, und der Schwerpunkt verschob sich bereits Richtung Italien, wo Firmen wie Birel und Motorenbauer wie IAME – gegründet von Bruno Grana, dessen Parilla-Motoren jahrzehntelang dominieren sollten – aus dem Kartsport eine echte Industrie machten.
Die Verwaltung zog nach. 1962 schuf die FIA die Commission Internationale de Karting als Schwesterkommission – jenes Gremium, das heute als CIK-FIA firmiert und nach wie vor Regelhüter, Homologationsstelle und WM-Sanktionsinstanz des Sports ist. Karting wurde fast sofort eine der WM-Disziplinen der FIA – ein Status, den nur die Formel 1 länger trägt.
Die erste Kart-Weltmeisterschaft wurde 1964 auf der Pista d'Oro in Rom ausgetragen, und Italien stellte den Sieger: Guido Sala, ein ehemaliger Motorrad-Grand-Prix-Pilot, der den Titel holte und 1965 gleich nachlegte. Schon die Wahl des Austragungsorts erzählte ihre eigene Geschichte – der in Los Angeles geborene Sport würde von Paris aus regiert und vor allem in Italien gefahren.
Die frühen WM-Jahre brachten Premieren hervor, die bis heute Bestand haben. 1966 gewann Susanna Raganelli den WM-Titel – sechs Jahrzehnte später ist sie noch immer die einzige Frau, die je eine FIA-Weltmeisterschaft in irgendeiner Disziplin gewonnen hat. Zum Ende des Jahrzehnts begann ein Belgier namens François Goldstein eine Dominanzserie – vier Titel in Folge von 1969 bis 1972, dazu ein fünfter 1975 –, die ihn zum ersten Serien-Superstar des Kartsports machte.
1970 war das Experiment vorbei und der Sport von Dauer: eine Weltmeisterschaft, ein Verband, eine Zulieferindustrie und nationale Szenen auf mehreren Kontinenten. Alles seither ist Feinschliff.
Quellen: Commission Internationale de Karting — Wikipedia · Karting World Championship — Wikipedia · Guido Sala — Wikipedia · L'Albo d'Oro del Campionato del Mondo di Karting — TKART